Netzwerk Apostolische Geschichte und NAK NRW vor Gebäude-Deal

Hobby-Historiker sollen alte Kirche bekommen

Dortmund/Bielefeld. Dem „Netzwerk Apostolische Geschichte“ soll ein nicht mehr als Kirche genutztes Gebäude der Neuapostolischen Kirche Nordrhein-Westfalen zur Verfügung gestellt werden. Dort wird voraussichtlich das Archiv des Geschichtsnetzwerkes unterkommen. Die Menge an Material ist mittlerweile so groß geworden, dass eine Unterbringung in privaten Räumlichkeiten praktisch nicht mehr möglich ist – und ständig kommt neues Material hinzu.

Die Geheimniskrämerei ist derzeit noch groß, denn der Handel ist noch lange nicht in trockenen Tüchern; derzeit wird ein geeignetes Gebäude gesucht. Infrage kommen dürften vor allem solche profanierten Kirchen, die am Immobilienmarkt zu einem vertretbaren Preis nicht veräußert werden können. Denn klar ist: Zum Verkehrswert wird das Netzwerk Apostolische Geschichte keinen Erwerb vornehmen können. Möglich sind darum drei Varianten: Eine Schenkung, eine Veräußerung zum Symbolpreis oder die Einräumung eines Nutzungsrechtes unter Verbleib des Gebäudes im Eigentum der NAK.

Letztgenannte Variante darf als unwahrscheinlich gelten. Eine solche dauerhafte Abhängigkeit könnte sich für das Netzwerk zu einem Bumerang entwickeln – schließlich bedeutet dies ein permanentes Angewiesensein auf das Wohlwollen der nordrhein-westfälischen Kirchenleitung, was – zumindest theoretisch – bei unliebsamen Projekten der Hobby-Historiker in Erpressbarkeit münden könnte. Wahrscheinlicher ist deshalb, sollte der Deal nicht platzen, dass das Eigentum per Schenkung oder zum Symbolpreis an das Netzwerk übergeht.

Von dem Geschichtsarchiv sollen nicht nur unmittelbare Angehörige des Netzwerkes profitieren, sondern die gesamte interessierte Öffentlichkeit. „Jeder der sich dafür interessiert soll dann die Möglichkeit haben, dorthin zu fahren und das Material einzusehen“, heißt es dazu aus Netzwerk-Kreisen. Gedacht sei dabei u.a. an Wissenschaftler und Studenten, die Forschungsvorhaben mit Bezug zur Geschichte der apostolischen Gemeinschaften bearbeiten.

Voll des Lobes ist man beim Netzwerk für die „wirklich sehr gute Unterstützung“ durch die NAK NRW. Dort indessen übt man sich, auf den Gebäude-Sachverhalt angesprochen, in maximaler Zurückhaltung. In dem Satz „wenn es in diesem Fall neue Informationen gibt, werden wir diese auf unserer Website veröffentlichen“ erschöpft sich die Mitteilsamkeit der Kirchenleitung bereits. Aber immerhin ist damit bestätigt, dass es den Vorgang gibt.

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