Er sagt, dass er jeden Tag an den Tod denkt und eine „panische Angst vor Intellektuellen ohne Talent und vor Ethikern ohne Güte“ hat. Mit seiner Freundin tanzte er Tango, machte aber Schluss, als er seine wahre Berufung erkannte. – Drei Bücher zum neuen Papst hat der Herder-Verlag im April veröffentlicht. Sie gewähren nicht nur aus unterschiedlichen Perspektiven einen tiefen biografischen Einblick, sondern ermöglichen auf fast schon intime Weise Begegnung mit dem theologischen und sozialen Denken von Jorge Mario Bergoglio bzw. Franziskus. Weiterlesen »
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Wenn das Apostolikum Rückenschmerzen verursacht
„Braucht man die Kirche?“ – „Ich denke nicht sehr positiv über die Kirche.“ – „Sollte man die Kirche abschaffen?“ – „Da brauchen wir nichts zu machen. Die Kirche stirbt von selbst.“ Dieser kleine Dialog hat im März auf der Leipziger Buchmesse stattgefunden. „Manifest eines atheistischen Pfarrers“, lautet der Untertitel des dabei vorgestellten Werkes. Geschrieben hat es Klaas Hendrikse, ein evangelischer Pfarrer aus den Niederlanden. Weiterlesen »
Üble Nachrede
Das Gerücht, Karl Barth sei ein Befürworter des Kommunismus gewesen, hält sich in bestimmten Kreisen auch vier Jahrzehnte nach dessen Tod. Dieser von ihm so bezeichneten „üblen Nachrede“ tritt Wolf Krötke, der bis 2004 an der Humboldt-Universität zu Berlin systematische Theologie gelehrt hat, in einem nun veröffentlichten kleinen Sammelband entschieden entgegen. Dessen Lektüre gewinnt dadurch an Wert und Reiz, dass politische Aspekte in Barths Theologie nicht rein abstrakt dargelegt, sondern mit konkreten Lebenserfahrungen des Autors als Student und später Pfarrer in der DDR illustrativ flankiert werden. Weiterlesen »
Progressives Plädoyer für die Heimkehr des Menschen
Das Pontifikat Benedikts XVI. ist beendet. Was jenseits der kirchenpolitischen Dispute, deren Halbwertszeit ohnehin gering bleiben dürfte, hinsichtlich seiner Amtszeit bleiben wird, ist das schriftliche Vermächtnis des großen Theologen Joseph Ratzinger. Der Herder-Verlag hat bereits 2008 damit begonnen das von Kurienerzbischof Ludwig Gerhard Müller herausgegebene Gesamtwerk in Gestalt der auf 16 Bände angelegten „Joseph Ratzinger Gesammelte Schriften“ (JRGS) anzubieten. Davon ist inzwischen etwa die Hälfte lieferbar, darunter der zweite Band mit dem Titel „Offenbarungsverständnis und Geschichtstheologie Bonaventuras“. Dieser beinhaltet die Arbeit, mit welcher der nunmehr emeritierte Papst einst Professor geworden ist. Und „Professor“, ein „öffentlicher Lehrer“, ist er bekanntlich im höchsten Amt der Kirche geblieben. Weiterlesen »
„Ich war Ende Mai in Barmen“
Ist die Vorstellung von der Vergangenheit am Ende nur das Ergebnis einer sich zum Mythos verdichtenden Auswahl an Details? „Was war vorher? Vor uns? Wir wissen es nicht. Wir werden es nie erfahren“, sinniert Gisa Klönnes Protagonistin in „Das Lied der Stare nach dem Frost“. Der Barpianistin Ricarda „Rixa“ Hinrichs kommen, ausgelöst durch tragische Verlustereignisse, Zweifel an der Belastbarkeit der Prämissen ihrer Erinnerung. Ein Schwerpunkt der Kontingenzbewältigung ist die Suche nach Spuren in der Zeit des Kirchenkampfes. Weiterlesen »
„Tritt fest auf, mach’s Maul auf, hör bald auf“
Wann ist eine Predigt gut? Dass dies keine reine Geschmacksfrage ist, zeigt schon der Umstand, dass die Homiletik (in diesem Zusammenhang: Predigtlehre) einen wichtigen Gegenstand der praktischen Theologie darstellt, mithin einer Betrachtung anhand wissenschaftlicher Kriterien zugänglich ist. Ein einzelner Zuhörer mag immer das Recht auf ein abweichendes Urteil haben – doch würde ein Prediger die Homiletik zu wenig schätzen, so nähme er billigend in Kauf, dass seine Tätigkeit auf die Vergeudung der kostbaren Lebenszeit der Zuhörer hinausliefe. Weiterlesen »
Wer nicht betet, kommt auch nicht in die Hölle
Gehört der Islam zu Deutschland? Aber ja – jedenfalls dann, wenn Grundlage der Antwort das Islambild ist, welches der Münsteraner Theologieprofessor Mouhanad Khorchide in seinem Buch „Islam ist Barmherzigkeit“ zeichnet. Damit legt er einen im positiven Sinne radikalen Gegenentwurf zu traditionellen Lehrauffassungen vor. Das dürfte zwar eine Minderheitsmeinung sein, doch wird sie ausführlich und unmittelbar auf den Text des Koran bezogen begründet; „sola scriptura“ lässt grüßen. Weiterlesen »
Strukturen mit dem Seziermesser freigelegt
Die Reihe der Zürcher Bibelkommentare, erschienen im Theologischen Verlag Zürich (TVZ), widmet sich einer besonderen Aufgabe. In verständlicher Sprache soll nicht nur theologisch gebildeten Fachleuten, sondern auch allen anderen biblisch Interessierten ein wissenschaftlich fundierter Kommentar zur Verfügung gestellt werden. Dieser Herausforderung stellt sich Rainer Albertz für seinen Exodus-Kommentar. Das Ergebnis kann sich sehen lassen. Weiterlesen »
Ideen für intensive Gottesdienste
Wie kann man Gottesdienste so gestalten, dass Sie einem heutigen Publikum inspirierend, zeitgemäß, bisweilen auch erfrischend erscheinen? Die Evangelische Kirche in Deutschland unterhält dazu das Zentrum für Gottesdienst und Kirchenmusik im Michaeliskloster Hildesheim, dessen Ziel Förderung und Erneuerung derselben ist. Der Leiter des Zentrums, Jochen Arnold, hat von Ulrich Meyer editierte konkrete Vorschläge für eine besondere Gestaltungsoption in neu überarbeiteter Fassung herausgegeben: Die Verwendung poetischer Texte zu den Lesungen. Weiterlesen »
„Ein großer Schatz der Christenheit“
Lutherstadt Wittenberg. Der Axel Springer Verlag hat heute in der Schlosskirche zu Wittenberg eine besondere Bibelausgabe der Öffentlichkeit vorgestellt. Die Prachtausgabe mit Leineneinband und geschnitztem Jerusalem-Kreuz aus dem Heiligen Land ist reich illustriert mit Lithografien des englischen Zeichners David Roberts. Sie enthält die aktuelle Textfassung der Lutherübersetzung und trägt den Titel „Jerusalem – Die Heilige Schrift“. Weiterlesen »
Alles „Sekte“ – oder was?
In einem Buch über Sekten möchte sich wohl keine Glaubensgemeinschaft gerne finden. „Sekten“ stehen für Organisationen, in der wenige Verführer über viele gehirngewaschene Opfer verfügen und diese schamlos ausnehmen. Doch das ist nur die öffentliche Meinung. Nach Lektüre des Buches „Die wunderbare Welt der Sekten“ von Gerald Willms kann man dieses einfache Klischee getrost überdenken. Zum Glück. Weiterlesen »
„Bedürfnis nach Dialog“
Rund 500 Jahre nach der Reformation werden die Europäer erneut zu Zeitzeugen einer epochalen Entwicklung in der Religionsgeschichte, die meisten ohne es bewusst wahrzunehmen. Freilich, die Auseinandersetzungen um den Bau von Moscheen sowie die Sorge vor radikalen Auswüchsen eines fundamentalistischen Islam, das bekommt die allgemeine Öffentlichkeit mit. Doch bei dem wahrscheinlich bedeutungsvolleren Vorgang ist nur eine Fachöffentlichkeit Zeuge. Es geht um die Etablierung einer emanzipierten akademischen islamischen Theologie. Mit seiner Arbeit über „Islamische Theologie und Religionswissenschaft in Europa“ präsentiert Ali Özgür Özdil einen umfassenden und aktuellen Überblick über diese Entwicklung. Weiterlesen »
Kierkegaard für Praktiker
Auf den ersten Blick scheint ein Buch mit dem Titel „Predigen mit Kierkegaard“ eine vollkommene Unmöglichkeit. Nur sechsmal hat Kierkegaard selbst gepredigt. Zudem stand er der dänischen Staatskirche und ihren Würdenträgern, denen er schon mal unterstellte, sie seien nicht rechtgläubig, extrem kritisch gegenüber. Wenn man dann noch bedenkt, dass Kierkegaard ein herausragender Philosoph und Theologe war, dessen Gedankengänge teils nur mit Vorwissen und (hohem) intellektuellem Aufwand nachzuvollziehen sind, dann erwartet man vor allem praxisferne und unverständliche – kurz: unbrauchbare – „Predigthilfen“. Weiterlesen »
Sympathischer „Skandal für den modernen Geist“
Wie hältst Du es mit der Jungfrauengeburt? – Dies kann als an den modernen Christen gerichtete Gretchenfrage gelten. Kann man hier einfach bejahen oder verneinen? Aus der Antwort ergeben sich weitreichende Konsequenzen für das eigene Gottesbild, die Wurzeln des Glaubens werden gleichsam offengelegt. Papst Benedikt XVI. sagt dazu: „Ja“, und zwar ohne Einschränkungen. Sein neues Buch „Jesus von Nazareth: Prolog – Die Kindheitsgeschichten“ wird damit zu einem kraftvollen Statement, zu einer Provokation im positiven Sinne, zu einer Herausforderung. „Ist das nun wahr?“, fragt der Papst – und das werden sich seine Leser womöglich noch lange nach der Lektüre dieses „Faszikels“ fragen. Weiterlesen »
Geist, Psyche und Leib fit halten
„Wir sitzen in Ihrem Wohnzimmer oder vielleicht im Hauskreis und reden miteinander“. Dieser Satz beschreibt recht gut, welche Zielgruppe der promovierte Psychologe Ulrich Giesekus in seinem Buch „Glaub dich nicht krank“ vor Augen hat. Es sollen offensichtlich Menschen angesprochen werden, die ohne ein tieferes theologisches oder psychologisches Wissen auf Missstände in christlichen Gemeinschaften stoßen. Das Ganze geschieht in einer lockeren, leicht verständlichen Sprache. Aufgelockert wird der Text durch weitgehend pointierte Karikaturen, die meist ins Schwarze treffen. Weiterlesen »



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